Rentenbesteuerung

Wann müssen Sie als Rentner eine Steuerklärung abgeben? Und müssen Rentner dann auch direkt Steuern zahlen?

Die Steuererklärungspflicht für Rentner wird in den Medien immer wieder intensiv diskutiert und verbreitet häufig mehr Unsicherheit als Klarheit. Aber tatsächlich werden immer mehr Rentner steuererklärungspflichtig.

Der Grund hierfür ist das durch den Gesetzgeber im Jahr 2005 eingeführte Alterseinkünftegesetz. Dieses Gesetz stellt das System schrittweise auf eine nachgelagerte Besteuerung um. Somit erhöht sich die Steuerpflicht gegenüber dem Finanzamt für jeden späteren Renteneintrittsjahrgang. Aber eine Steuererklärungspflicht führt nicht direkt zu einer Steuerbelastung.

Grundsätzlich gelten für Rentner die gleichen Regeln wie für alle anderen Steuerzahler auch.

Pflicht zur Steuererklärung

Sind Sie aufgrund der neben Ihrer Rente erzielten Einkünfte verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben, gilt dies auch weiterhin. Hierzu zählen insbesondere:

  • Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit
  • Einkünfte aus gewerblicher Tätigkeit
  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung (V+V)
  • Kapitaleinkünfte, die nicht der Abgeltungsteuer unterlegen haben (gegf. Günstigerprüfung)
  • Steuerfreier Arbeitslohn oder pauschal versteuerter Arbeitslohn

Haben Sie keine weiteren der oben genannten Einkünfte, dann müssen Sie eine Steuererklärung nur abgeben, wenn Ihre Einnahmen oberhalb des Grundfreibetrages liegen. Der Grundfreibetrag stellt das Existenzminimum dar, welches nicht durch eine Steuer gemindert werden soll (§ 32a Abs. 1 Nr. 1 bzw. § 52 Abs. 41 Nr. 1 Einkommensteuergesetz (EStG). Zu beachten ist, dass dieser Grundfreibetrag einer regelmäßigen Anpassung durch den Gesetzgeber unterliegt.

Sind Sie alleinstehend, müssen Sie keine Steuererklärung abgeben, wenn:

  • Der Gesamtbetrag Ihrer Einkünfte im Jahr 2014 einen Betrag von 8.354,00 Euro nicht übersteigt
  • Der Gesamtbetrag Ihrer Einkünfte im Jahr 2015 einen Betrag von 8.472,00 Euro nicht übersteigt
  • Der Gesamtbetrag Ihrer Einkünfte im Jahr 2016 einen Betrag von 8.652,00 Euro nicht übersteigt

Sind Sie verheiratet müssen Sie keine Steuererklärung abgeben, wenn:

  • Der Gesamtbetrag Ihrer Einkünfte im Jahr 2014 einen Betrag von 16.708,00 Euro nicht übersteigt
  • Der Gesamtbetrag Ihrer Einkünfte im Jahr 2015 einen Betrag von 16.944,00 Euro nicht übersteigt
  • Der Gesamtbetrag Ihrer Einkünfte im Jahr 2016 einen Betrag von 17.304,00 Euro nicht übersteigt

Allerdings ist zu beachten, dass Renten nicht in voller Höhe steuerpflichtig sind. Der Anteil der Rente, der nicht versteuert werden muss, wird als Rentenfreibetrag bezeichnet.

  • Bei Eintritt in die Rente bis zum Jahr 2005 sind 50 % der Rente steuerpflichtig
  • Ab dem Jahr 2006 sind 52 % der Rente steuerpflichtig
  • Ab dem Jahr 2007 sind es 54 %
  • Ab dem Jahr 2010 sind es 60 %
  • Ab dem Jahr 2014 sind es 68 %
  • Ab dem Jahr 2015 sind es 70 %
  • Ab dem Jahr 2040 wird 100 % der Rente steuerpflichtig

Daher bleiben viele Rentner unter der Grenze der steuerpflichtigen Einkünfte. Ist dies der Fall, entsteht auch keine Steuer und es besteht somit auch keine Abgabepflicht.

Allerdings steigt der steuerpflichtige Anteil bei Eintritt in die Rente von Jahr zu Jahr nach dem sog. Kohortenprinzip an. Dies hat zur Folge, dass zukünftige Rentner häufiger eine Steuererklärung abgeben müssen. Der Rentenfreibetrag wir einmal festgestellt und bleibt dann in den folgenden Jahren unverändert bestehen. Erhalten Sie nun eine Rentenerhöhung, kann dies aufgrund des konstanten Rentenfreibetrags dazu führen, dass Sie nun steuererklärungspflichtig werden.

Dennoch fällt nicht immer eine Steuer an!

Die Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung führt nicht automatisch zu einer Steuerbelastung. Auch wenn Sie z.B. durch eine Rentenerhöhung zur Abgabe eine Steuererklärung verpflichtet werden, fällt nicht direkt eine Steuer an. Wie auch bei allen anderen Steuerpflichtigen, dürfen auch Rentner Ausgaben steuerlich geltend machen.

Haben Sie Sonderausgaben wie z.B. Versicherungsleistungen und Spenden oder außergewöhnliche Belastungen wie z.B. Pflege-Pauschbeträge oder Krankheitskosten mindert dies Ihr steuerpflichtiges Einkommen. Somit kann es sein, dass Sie zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind, Sie aber keine Steuer zahlen müssen, da Ihr Einkommen unterhalb des Grundfreibetrags liegt.

Altersentlastungsbetrag

Haben Sie vor Beginn des Kalenderjahres Ihr 64. Lebensjahr abgeschlossen, können Sie Ihr zu versteuerndes Einkommen um maximal 1.900,00 Euro kürzen. In der Einkommensteuererklärung wird dann der Altersentlastungsbetrag von der Summe der Einkünfte abgezogen. Bei Ehegatten und eingetragenen Lebenspartnern ist der Entlastungsbetrag gemäß den jeweiligen Voraussetzungen der von ihm bezogenen Einkünfte gesondert zu gewähren. Sofern einer der Partner seinen Entlastungsbetrag nicht voll ausschöpft, so darf der nicht voll ausgeschöpfte Anteil nicht auf den anderen Partner übertragen werden.

Der Altersentlastungsbetrag wird seit 2005 im Laufe der Übergangszeit von 35 Jahren abgeschmolzen.

  • Im Jahr 2005 betrug der Prozent-Satz 40%, maximal 1.900 Euro
  • Für die Jahre von 2006 bis 2020 verringert sich der Prozent-Satz um 1,6%, der Höchstbetrag verringert sich jährlich um 120 Euro

Erhalten Sie nun vom Finanzamt die Aufforderung zur Abgabe der Steuererklärung, müssen Sie nicht in Panik verfallen. Wir beraten Sie gerne und unterstützen Sie beim weiteren Vorgehen und bei der Erstellung Ihrer Steuererklärung.

Auch sonstige Fragen rund um das Thema Rentenbesteuerung und Ihren Besteuerungsanteil beantworten wir Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch in unseren Niederlassungen in Bockenheim bei Grünstadt, Heidelberg oder Bad Dürkheim. Rufen Sie uns direkt an, schicken uns ein Mail oder nutzen die Möglichkeit online einen Termin zu vereinbaren.
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